Eine kleine Geschichte zum nachdenken

Der kleine Baumwollfaden
Es war einmal ein kleiner, kurzer Baumwollfaden
der mit sich haderte.
Voller Angst war er außerdem:
“So wie ich bin, bin ich doch überflüssig.
Nichts kann ich – zu nichts bin ich
zu gebrauchen. Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach“,
so jammerte er, „und für einen schönen Pullover viel zu kurz.
Und an andere anzuknüpfen traue ich mich nicht.
Ich habe zu viele Hemmungen.
Für die Stickerei bin ich auch gänzlich ungeeignet, farblos und blass, wie ich bin.
Jaaa wenn ich aus Lurex wäre“, so sagte er sich, „sähe alles anders aus.
Ich könnt eine Stola verzieren oder auch ein Kleid.
Aber so? Es reicht einfach nicht. Zu nichts bin ich nutze.
Niemand braucht mich. Niemand mag mich – und ich selbst
Mag mich am allerwenigsten.“
So lamentierte der kleine Baumwollfaden vor sich hin,
legte traurige Musik auf und war sehr niedergeschlagen in
seinem so großen Selbstmitleid.
Da klopfte eines Tages ein kleines Klümpchen Wachs an seine Tür.
Er fragte den Baumwollfaden warum er denn so traurig sei.
Und der Faden erzählte ihm sein Leid.
Da sprach das Klümpchen Wachs: „Lass dich doch nicht
so hängen, kleiner Baumwollfaden. Weißt du ich habe eine Idee.
Wir beide tun uns zusammen.
Für eine große Kerze bist du zwar zu kurz
und ich habe auch nicht genügend Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal.
Es ist doch viel besser ein kleines Licht anzuzünden
als immer nur in Dunkelheit
zu jammern.“
Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen
Wachs zusammen und sprach:“ Endlich hat mein Dasein doch einen Sinn.“
Und wer weiß:
Vielleicht gibt es auf dieser Welt noch viel mehr kleine,
kurze Baumwollfäden und kleine Wachsklümpchen,
die sich zusammentun können, um in die Welt zu leuchten………..!